Wenn das Leben wie in so einem schrägen Musicalfilm wäre, dann würde ich mit bester Laune singend durch die sonnenbeschienenen Straßen tanzen. Vögel würden um mich kreisen und fröhlich zu meiner Melodie mit ihren Flügeln schlagen. Von irgendwoher würde plötzlich Musik ertönen und mich in meinem - natürlich perfekten - Gesang unterstützen (woher auch immer sie wüsste, was ich singe).
Vielleicht hätte ich einen bunt gemusterten Regenschirm in der Hand, für den unwahrscheinlichen Fall, dass der klare blaue Himmel und die heiß niederbrennende Sonne dicken Regenwolken weichen würden. Rot mit Punkten. Oder blau mit Streifen. Ich würde ihn umherschwingen, ohne jemanden zu verletzen.
Nach der nächsten Straßenecke würden Menschen hinter den Fenstern lauern und sobald ich um die Ecke biegen würde, würden sie die Fenster aufreißen, sich in perfekter Symetrie herauslehnen und in harmonischen Gesang mein Lied begleiten.
Ich würde lächeln als ginge es um mein Leben und mich drehen und nicht hinfallen und alles würde stimmen.
Doch das Leben ist kein Musicalfilm. Schräg ist es schon, aber nicht ganz so perfekt oder gar konstruiert.
Es läuft nämlich so, dass da kein Gesang, keine um einen kreisenden Vögel oder nur Menschen mit guter Laune sind.
Da kann eine heiß niederbrennende Sonne sein, sonnenbeschiene Straßen oder vielleicht Menschen die auf der Straße tanzen.
Wenn ich so darüber nachdenke, ist dieser Gedanke von so einem Musicalfilm-Leben zugleich abschreckend, als auch faszinierend. Auf die Dauer wäre es nichts, aber ich würde gerne einmal dieses Gefühl haben ... singen zu können.
Nein, im Ernst, einmal dieses Gefühl von überschäumender Freude an einem ganz normalen Alltag in vielen verschiedenen Gesichtern zu sehen ohne, dass die versuchen würden sie zu verstecken oder zu dämpfen.
Seiten
Lilly Lindner, aus "Bevor ich falle", S.176
"Da war ich für die Dauer eines Augenblicks wortstill.
Denn schöne Sätze haben einen Ausklang verdient.
Ohne Unterbrechung."
Denn schöne Sätze haben einen Ausklang verdient.
Ohne Unterbrechung."
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verdreht - Seifenblasen sind freie Momente
2 Rubingeflüster
| Hinterlasse Spuren!
In der Dunkelheit, von Feuer und Flammen beschienen schimmern sie blau, aber auch pink, orange und grün.
Wie Seife eben, oder wie die Blasen aus Spülmittel in heißem Wasser.
Aber diese Seifenblasen sind schöner, sie sind größer und fliegen höher. Wir machen ganz viele, große und kleine und alles dazwischen. Die Seifenlauge läuft von dem Stiel hinab auf unsere Hände und an dem Rand der Flasche hinab.
Wie schmierig sich das anfühlt.
Ich höre das Lachen und Reden der Menschen. Doch obwohl Worte aus ihren Mündern kommen, kann ich mich nicht erinnern was sie sagen.
Es ist mild, denn der Tag war warm, mit viel Sonnenschein und ohne Regen.
Das Lagerfeuer in der Feuerschale knistert und glüht in starkem orange und heißem rot, während das Holz immer kleiner und schwärzer wird.
Ein leichter Wind weht, der nach den Seifenblasen greift, ihre filigrane Oberfläche berührt und sie immer höher trägt.
Sie schimmern weiter schillernd und schön vor sich hin und im nächsten Moment... sind sie weg.
Ohne dieses charakteristische "Plopp" wie aus Comics.
Es ist, als würden sie sich zusammenziehen und einfach aufhören zu existieren.
Dabei - das merkt man wenn sie einem im Gesicht platzen - fallen die Überreste ganz fein zurück in die Tiefe bis sie etwas finden, auf dem sie landen können.
Jemand bläst mir die Seifenblasen entgegen, ich strecke die Hände aus, schlage nach den feinen Blasen und es macht Spaß. Ich steche mit dem Finger zu und irgendwann ist meine Haut schmierig feucht. Ich bin eine Seifenblasenmörderin, die ihnen ihren einzigen Moment klaut...
Wie Seife eben, oder wie die Blasen aus Spülmittel in heißem Wasser.
Aber diese Seifenblasen sind schöner, sie sind größer und fliegen höher. Wir machen ganz viele, große und kleine und alles dazwischen. Die Seifenlauge läuft von dem Stiel hinab auf unsere Hände und an dem Rand der Flasche hinab.
Wie schmierig sich das anfühlt.
Es ist mild, denn der Tag war warm, mit viel Sonnenschein und ohne Regen.
Das Lagerfeuer in der Feuerschale knistert und glüht in starkem orange und heißem rot, während das Holz immer kleiner und schwärzer wird.
Ein leichter Wind weht, der nach den Seifenblasen greift, ihre filigrane Oberfläche berührt und sie immer höher trägt.
Sie schimmern weiter schillernd und schön vor sich hin und im nächsten Moment... sind sie weg.
Ohne dieses charakteristische "Plopp" wie aus Comics.
Es ist, als würden sie sich zusammenziehen und einfach aufhören zu existieren.
Dabei - das merkt man wenn sie einem im Gesicht platzen - fallen die Überreste ganz fein zurück in die Tiefe bis sie etwas finden, auf dem sie landen können.
Jemand bläst mir die Seifenblasen entgegen, ich strecke die Hände aus, schlage nach den feinen Blasen und es macht Spaß. Ich steche mit dem Finger zu und irgendwann ist meine Haut schmierig feucht. Ich bin eine Seifenblasenmörderin, die ihnen ihren einzigen Moment klaut...